Der Sulgener Hansel (“Krattenmacher”)

 

 

 

 

 

Hansel_Narrenfiguren02

Der Fuchsschwanz ist das Zeichen der Andersartigkeit, Gerissenheit und Gewiegheit des Narren.

Die Kratte ist das Symbol der Sulgener Zunft.

Die Maske stellt einen der beiden Narrengründer Storz und Kammerer dar, die Rüsche um den Hals soll die Vornehmheit, Hoheit und Majestät zu erkennen geben.

Auf der Brust befindet sich links das links das Schramberger und rechts das Sulgener Wappen.

Auf dem Rücken ist ein Krattenmacher bei der Arbeit dargestellt, darunter die Sonne als das strahlende Sinnbild des wiedererwachenden Frühlings.

Die Hinterseite des Beinkleides ziert links ein Krattenmacher mit Weidenkätzchen, ebenfalls ein Sinnbild des erwachenden Frühlings, dazu rechts der scheidende Winter.

 

Die Vorderseiten des Beinkleides sind links und rechts mit einer Schwarzwälderin und einem Mann in Schwarzwälder Tracht bemalt.

 

Bunt verstreut auf den Ärmeln und dem übrigen Kleid sind Weidenkätzchen, Schmetterlinge und die Sulgener Kaffeekanne, Brezeln und der Hering für den Kehraus angebracht.

 

Das Geschell zeigt am deutlichsten den Ursprung der Fasnet aus heidnischen Bräuchen. In vorchristlicher Zeit sollte das laute Klingeln der zahlreichen Schellen die Winterdämonen vertreiben, nachdem sie mit dem beginnenden Frühling ausgespielt hatten.

 

Der Hanselsprung war ursprünglich nichts weiter als ein Beschwörungstanz zur Geisteraustreibung.

 

Der Brezelsegen entstand aus der Sitte, die Armen zu beschenken. Heute erfreuen die Brezeln vor allem die Kinder auf der Straße und die alten Fasnetsbräuche schenken Jung und Alt unbeschwerte Freude.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Kaffeedohle

 

 

 

 

 

Sie ist das weibliche Gegenstück zum Sulgener Hansel.

Die Kaffedohle besteht seit 1961 und stellt ein freundliches, ältliches Weib dar. Ihren Ursprung und Namen hat die Kaffeedohle von einigen angesehenen Sulgener Damen aus der sogenannten Oberschicht im früheren Sulgener Ortsteil Sulgau, die sich damals regelmäßig zum Kaffeeklatsch trafen, wobei über die einfachen Leute getratscht wurde.

Gründer dieses Kleides ist der langjährige frühere Präsident Eugen Fader, genannt “Eugen”, und die Gesichtszüge der Kaffeedohle sind dem Gesicht der vor wenigen Jahren erst verstorbenen Frau Anni Fader nachgebildet.

Ihr eigentlicher Charakter als Schnurrweib ist das Aufsagen von lustigen Begebenheiten, das Tratschen im Sinne von “hosch des scho ghört...”.

Als süße Belohnung für eine so “narret” gemachten und in Anlehnung an ihren Ursprung verteilt sie Kaffeebohnen aus Schokolade.

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Der Feurenmoosgeist

 

 

 

 

 

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Diese Narrenfigur ist nach einem an Sulgen angrenzendes großes Waldgebiet benannt.

Er hat eine freundliche Maske, ist also ein “guter” Geist.

Seine Haube ist verziert mit “Moggele”, das sind Kiefernzapfen.

 Auf seinem Kittel ist ebenfalls, wie beim Hansel, das Sulgener Wappen dargestellt, sowie der Wasserturm, ein Wahrzeichen von Sulgen.

Sein Rückenteil zeigt Fuchs und Hase, einen Baum und Vögel.

Mit Wurzelstock, Federwedel oder Narrenschere sowie einem Jutesack ist der Feurenmoosgeist in brauner Hose und grünen Strümpfen komplett.

Er verteilt Süßigkeiten, Schokotäfelchen oder Laugenweckle an die Narren und Besucher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sägeblatt-Schantle

 

 

 

 

 

Der Sägeblatt-Schantle ist seit 1991 die einzige Einzelfigur der Sulgener Zunft.

Sie läuft dem Umzug voraus und schafft, durch seine sportlichen und akrobatischen Darbietungen und spontanen Schwünge, Platz für den Narrensamen, die Zunftgarde und den streng geordneten Hanselsprung.

Gelegentlich hält er sich während den Umzügen auch auf dem Prunkwagen des Elferrates auf, wo er sich vornehmlich mit Kreislaufwasser für seine Aufgaben stärkt.

Die Gesichtszüge sind dem Sulgener Original und langjährigen Präsidenten Hape Marte nachgebildet. Markant an der Einzelfigur sind seine kleinen Augenschlitze, die der Holzschnitzer nur mit äußerst dünnen Sägeblättchen ausarbeiten kann. Hier stammt auch sein Name her.

Sägeblatt-Schantle 300

 

Auf seinem in den Vereinsfarben blau und rot gehaltenen Narrenkleid befindet sich, wie beim Hansel und Feurenmoosgeist, das Sulgener Wappen.

 

Das Kleppern des zahlreich um den Hals hängenden Narrenblechs soll, wie das Geschell beim “Krattenmacher”, die Winterdämonen vertreiben und den beginnenden Frühling einläuten.

 

Sein unifarben schwarzes Beinkleid soll die Verbundenheit zu den Verantwortlichen der Sulgener Zunft, dem Elferrat, symbolisieren. Die weißen Handschuhe zeugen von einer “sauberen Fasnet”.

 

Markant ist seine geschliffene Rhetorik, die durch die Gabe eines lautsprechergleichen Stimmorgans auch in größeren Hallen voll zur Wirkung kommt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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